Leseperformance

„Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg.“

So beginnt einer der außergewöhnlichsten Texte deutscher Literatur, eine Keimzelle der literarischen Moderne: Georg Büchners "Lenz".

Die Ereignisse, aus denen der erst 21-jährige Büchner seine Erzählung gestaltet, sind historisch: Fast 60 Jahre zuvor, im Jahre 1778, hat sich der Sturm-und-Drang-Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz für drei Wochen im Elsass aufgehalten. Sein psychisch labiler Zustand, sein wahnhaftes Verhalten und seine Selbstmordversuche in dieser Zeit sind dokumentiert. 

Aber "Lenz" ist kein biographisches Porträt. Büchner benutzt das Quellenmaterial als Gerüst und entwirft präzise beobachtend und mit einzigartiger Einfühlung eine ebenso fesselnde wie beklemmende Studie menschlicher Seelenzustände. Was Büchners Darstellung so modern macht, ist seine unidealisierte Würdigung des menschlichen Lebens gerade in seinem Elend. Deshalb ist "Lenz" keine Illustration, keine Parabel auf irgendetwas, sondern die faszinierende Skizze eines Menschen aus Fleisch und Blut.

(Leseperformance, ca. 70 min., Pause möglich)

Autoren und Texte erwachen zum Leben.

Faszinierende Texte von epochalen Autoren – Bekanntes oder auch bisher Übersehenes. Neue, ungeahnte Facetten ergeben sich, spannende Einsichten in literarische Werke und deren Autoren, vielfältig schillernde Bilder. Markus Grimm liest und gestaltet Personen, Dialoge, Landschaften mit den Mitteln seines Körpers und seiner Stimme und gewährt faszinierende Blicke in das Schaffen großer Schriftsteller, packend präsentiert.